Gesundheitswesen im Ammerland

Veröffentlicht am 18.12.2018 in Fraktion

Monika Sager-Gertje Foto: privat

"Wie kommt ein Arzt auf's Land?" Damit beschäftigten sich die SPD-Fraktionen im Kreis und in der Gemeinde Rastede schon seit längerem. Bereits im März diesen Jahres hatte unsere Ratsfrau und Kreistagsabgeordnete Monika Sager-Gertje dieses Thema mit der Gemeindeverwaltung erörtert. Dabei ging es vorrangig um die Nachbesetzung der Arztpraxis in Hahn-Lehmden. Gleichzeitig stellte die SPD-Fraktion im Kreis den Antrag auf Einrichtung einer Gesundheitsregion Landkreis Ammerland.

Nunmehr greift die CDU-Kreistagsfraktion das Thema Sicherstellung der medizinischen Versorgung erneut auf. Die NWZ ging hierauf mit einem Artikel auf der Rasteder Seite am 08.12.2018 ein.

Hierzu Ausführungen von Monika Sager-Gertje:

"Zum Artikel „Damit ein Arzt aufs Land kommt“ NWZ, Rasteder Teil vom 08.12.2018
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Problem „Wie kommt ein Arzt aufs Land“ ist richtig und sollte politisch aufgegriffen werden. Die medizinische Grundversorgung ist zwar derzeit im Ammerland nicht gefährdet, der aktuelle Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung weist noch eine Überversorgung im Bereich der Hausärzte aus, dennoch darf man nicht die Augen davor verschließen, dass auch aufgrund des demografischen Wandels der Bedarf an ärztlicher Versorgung beispielsweise im geriatrischen Bereich steigen wird, aber auch bestehende Praxen mittelfristig nachbesetzt werden müssen.
Unter anderem aus diesem Grunde hat die SPD-Kreistagsfraktion bereits am 16.04.2018 den Antrag gestellt, der Landkreis Ammerland möge dem Landesprogramm Gesundheitsregion beitreten. Zur Begründung haben wir seinerzeit u.a. auf den Fachkräftemangel sowohl im medizinischen wie auch im pflegerischen Bereich hingewiesen. Ziel einer Gesundheitsregion Ammerland ist die Schaffung eines Netzwerkes aller medizinischen Akteure im Landkreis (Krankenkassen, Kliniken, Ärzte usw.) und die Durchführung von gezielten gemeinsamen Projekten, wie z.B. die Gewinnung von medizinischem und pflegerischem Nachwuchs zur Versorgungssicherstellung. (Der Antrag ist im Nachgang zu dieser Stellungnahme nochmals auf dieser Homepage veröffentlicht.)
Der Ammerländer Kreistag hat in seiner Sitzung am 06.12. einstimmig die Kreisverwaltung beauftragt, die Einrichtung der Gesundheitsregion Ammerland konzeptionell vorzubereiten und die Anerkennung beim Land Niedersachsen zu beantragen.
Der Antrag der CDU-Kreistagsfraktion greift das Thema Sicherstellung der medizinischen Versorgung nur erneut auf. Es sollte keine Einzelaktion, sondern ein Projekt der Arbeitsgruppe „Gesundheitsregion“ sein. Die Schaffung von Anreizsystemen, finanzielle Förderungen wie die genannten Stipendien ohne eine Einbeziehung der gesundheitlichen Akteure des Landkreises wäre wenig zielführend und untergräbt die Zielsetzung einer potenziellen Arbeitsgruppe Gesundheitsregion. Die in dem Antrag erwähnten Landkreise Emsland, Leer, Cloppenburg agieren im übrigen ebenfalls im Rahmen ihrer Anerkennung als Gesundheitsregion."
 

Monika Sager-Gertje, SPD-Kreistagsfraktion

Antrag der SPD-Kreistagsfraktion vom 16.04.2018:

Antrag auf Beitritt des Ammerlandes in das Projekt „Gesundheitsregionen Niedersachsen“

Sehr geehrter Herr Landrat,

der Fachkräftemangel im medizinischen und pflegerischen Bereich und die demographische Ent­wicklung stellen für die langfristige Sicherstellung einer wohnortnahen und bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung eine Herausforderung dar. Das gilt insbesondere im ländlichen Raum und letztlich auch im Landkreis Ammerland.

Im Rahmen der Daseinsvorsorge liegt es in der Verantwortung des Landkreises, die für das Gesundheitswesen entscheidende Planungs- und Steuerungsfunktion wahrzunehmen.

Um den Landkreis bei der Wahrnehmung dieser Funktion zu unterstützen, beantragt die SPD-Fraktion den Beitritt des Ammerlandes in das Projekt „Gesundheitsregionen Nieder­sachsen“.

Wir Sozialdemokraten sehen die Notwendigkeit eines kooperativen und koordinierten Vorgehens aller Leistungsanbieter im Rahmen der Gesundheitsvorsorge und -versorgung, um Schnittstellen­probleme zwischen den Versorgungsbereichen zu lösen, Synergien zu schaffen, neue Lösungs­ansätze zu entwickeln und zukunftsfähige Strukturen aufzubauen.

Das Projekt „Gesundheitsregionen Niedersachsen“ wurde im Jahre 2014 gestartet, um die nieder­sächsischen Landkreise und kreisfreien Städte bei der Gestaltung des regionalen Gesundheits­wesens zu unterstützen. Bis zum Jahr 2017 förderte die Landesregierung mit Partnern die Ent­wicklung von kommunalen Strukturen und innovativen Projekten, die eine bedarfsgerechte und möglichst wohnortnahe Gesundheitsversorgung zum Ziel hatten. Dazu gehören

  • die Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Krankenhäusern und nicht-ärztlichen Gesund­heitsberufen unter Berücksichtigung der Bedarfe der Patientinnen  und Patienten,
  • die Gewinnung von medizinischem und pflegerischem Nachwuchs, um die Versorgung in der Region sicherzustellen,
  • die Entlastung von Vertragsärztinnen und -ärzten, insbesondere Hausärzten durch Dele­gation, Teamarbeit und Vernetzung,
  • die Entwicklung und Umsetzung von Mobilitätskonzepten für in ihrer Mobilität einge­schränkte Patienten,
  • die Durchführung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention,
  • die Optimierung der Versorgungsbereiche Hospizarbeit und Palliativversorgung,
  • die Etablierung einer stärker koordinierten ambulanten pflegerischen Versorgung und die Verbesserung der medizinischen Versorgung mehrfach Schwerstbehinderter.

Mittlerweile gibt es 35 Gesundheitsregionen in Niedersachsen. Nach den überaus positiven Erfah­rungen mit dem Projekt „Gesundheitsregionen Niedersachsen“ ist zu Beginn dieses Jahres eine neue Förderrichtlinie in Kraft getreten, die für die kommenden Jahre sowohl eine Strukturförderung als auch gezielte Projektförderungen in den einzelnen Gesundheitsregionen ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Oeltjen

SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender

 
 

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